Herbstwald im wildromantischen Steinbachtal

Wildromantisches Steinbachtal

Wenn mir die Frage gestellt wird, ob ich einen Geheimtipp habe, der zu weniger bekannten Orten im Vogtland führt. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Es ist das Steinbachtal im Ortsteil Sachsenberg-Georgental in Klingenthal des Oberen Vogtlandes.

Wie es die Ortsnamen schon verraten, keine Fernsicht in Sicht, jedoch ein Weg durch ein Tal mit dem Versprechen, zu jeder Jahreszeit die Natur zu spüren! Jeder der mich kennt, weiß wie verbunden ich mich mit diesem Ort fühle und jeder, der mich nicht kennt, wird es nun erfahren…

wildromantisches Steinbachtal
wildromantisches Steinbachtal

Denn hier gibt es ihn noch, den Kontrast der Jahreszeiten. Den Winter, der die Landschaft unter einer großen Schneedecke versteckt, Frühjahrserwachen, das seinesgleichen sucht, den Sommer, der den ersehnten Schatten spendet und die Garantie für das Leuchten der goldfarbenen Buchenblätter im Herbst. Stimmt, man muss es auch mögen, denn wenn man den Schildern des Naturlehrpfades folgt geht es stetig bergauf, solltest du trittsicher sein, dürfen die Sträucher an den Beinen nicht stören, Bachufer überqueren und nasse Füße sind in dem feuchten Naturschutzgebiet garantiert.

Doch abgesehen von der Ursprünglichkeit der Natur, die man dort erleben kann, gibt es noch drei besondere Merkmale, von denen der eine oder andere bestimmt schon gehört hat:

Geschichtlich interessant

1958 wurde am Fuße des Steinbachtals die legendäre Aschbergschanze erbaut, welche damals 70 000 Besucher zum Weihesprung von Henry Glaß anzog, viele nationale und internationale Skisprung-Wettkämpfe folgten bis zur Wendezeit, die das Ende für das besondere Bauwerk bedeutete.

Mittlerweile hat sich die Natur das Areal zurückgeholt, doch es lohnt sich eine kleine Begehung, denn die Konturen der ehemaligen Anlage sind noch zu erkennen.

Geologisch einzigartig

Der Weg durch das Tal in Richtung Floßgrabenweg in Mühlleithen trennt zwei völlig unterschiedliche Gesteinsarten, die sich in ihrer Entstehung, Struktur und ihren Eigenschaften grundlegend voneinander unterscheiden: links Phyllit- und rechts Granitgestein. Während Granit ein massiges, extrem hartes magmatisches Gestein ist, handelt es sich bei Phyllit ein feinschiefriges, metamorphes Gestein mit charakteristischem Glanz. Man muss kein Geologe sein, um es vor Ort zu erkennen, denn die Felsformationen fügen sich auffällig in die Landschaft ein.

Gesundes Quellwasser

Die Radiumquelle ist ein bedeutender Bestandteil auf dem Waldweg immer dem Steinbach folgend.

Schon Anfang der dreißiger Jahre wurde das Gebiet um die Radiumquelle touristisch ausgebaut, um für heilendes Wasser und Tinkturen zu werben.

Heute ist es ein idyllisch gelegener Rastplatz mit einem gesicherten Keramik-Dippl, für die durstigen Wandersleut.

Konnte ich euch mit diesem Beitrag ins Steinbachtal locken?

Dann schnürt eure Wanderschuhe, beginnt die Tour am Auslauf der früheren Aschbergschanze und mit wenigen Schritten durch ein Tunnelgewölbe seid ihr mittendrin in einer grünen Wohlfühloase. Übrigens: Ihr könnt eure Tour auch entlang des Floßgrabens erweitern, welcher links zum Schneidersberg (4,5km) und rechts nach Mühlleithen (0,5km) führt. Dabei könnt ihr entscheiden, ob ihr eine kleine Verschnaufpause am Unteren Floßteich einlegen oder mit einer Einkehr im nahe gelegenen Waldhotel wieder zu Kräften kommen wollt.

Viel Freude in der Natur wünscht euch Andrea.

Pilze im wildromantischen Steinbachtal